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Startseite > Neuigkeiten 23.09.2019
Hauswirtschaft

Mit Pfannkuchen die Jury erobert

Hauswirtschaftlicher Wettbewerb 2014                       
                                                                             

Haushalt macht sich von allein - von wegen!

Zur Hausfrau ausgebildet - dieses Vorurteil müssen sich Hauswirtschafterinnen häufiger anhören. In Oldenburg musste sich der Nachwuchs in mehreren Disziplinen beweisen und zeigte: Der Job ist vielseitig und hat es in sich.



„Unter dem Motto Crêpes, Wraps und Pfannkuchen stellen Sie ein generationsübergreifendes Angebot mit Kostproben aus Pfanne und Co. her. 
  • Richten Sie die Speisen für den Verkauf an.
  • Demonstrieren und erläutern Sie unterschiedliche Techniken zum Falten von Servietten.
  • Bestimmen Sie die zehn vor Ihnen liegenden Vorlegebestecke.
  • Beantworten Sie Fragen aus dem hauswirtschaftlichen Bereich, inklusive Fachrechnen."

Diesen vier Aufgabenblöcken haben sich am Dienstag in den Räumen der Berufsbildenden Schule 3 an der Willersstraße 20 Auszubildende des zweiten Lehrjahres aus der Stadt Oldenburg sowie den Landkreisen Ammerland, Wesermarsch und Oldenburg gestellt.


Zeit wurde etwas knapp

Eine von ihnen ist Julia Grunemeyer. Die 17-Jährige war nach dem Kochen - sie hat herzhafte Pfannkuchen mit Paprika, Schafkäse, Möhren und Zucchini sowie süße Pfannkuchen mit Birnen und Schokolade gemacht - „eigentlich ganz zufrieden". Nur die Zeit, 60 Minuten hatten die jungen Damen für die Nahrungszubereitung, sei etwas knapp bemessen gewesen.

Das Ergebnis indes war offenbar ganz passabel. „Das schmeckt gut. Echt ganz lecker", sagte etwa Insa Oetjen, eine der 18 Jurorinnen, die den Auszubildenden beim Kochen nicht nur genau auf die Finger schauten, sondern die Speisen auch probierten und im Anschluss Punkte verteilten für die Planung, die Umsetzung und das Ergebnis.

Der Wettbewerb, an diesem Mittwoch folgt der zweite Teil mit ebenfalls 20 Auszubildenden, dann aber aus dem dritten Lehrjahr, steht unter dem Motto „Hauswirtschaft schafft Lebensqualität - für alle Generationen". Ausgerichtet wird er vom Berufsverband der Meisterinnen und Meister der Hauswirtschaft in Niedersachsen e.V. und der Landjugendberatung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie der Berufsbildenden Schule 3.


Gute Vorbereitung

„Im fairen Wettstreit können die hauswirtschaftlichen Auszubildenden dabei ihre Kenntnisse und Fertigkeiten messen und Prüfungssituationen erproben", nennt Johanna Schawe, Ausbildungsberaterin für Hauswirtschaft bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Vorzüge. „Das ist außerdem eine gute Vorbereitung für die Zwischenprüfung in diesem Monat", fügt sie hinzu, während die Prüferinnen noch einmal probieren und Gefallen an ihrer Aufgabe finden: „Das ist ja wie im Schlaraffenland hier."

Die Auszubildende Julia Grunemeyer, sie ist mittlerweile mit dem Aufräumen und dem Abwasch beschäftigt, hat „schon immer gerne gekocht". In den Ferien arbeitete sie regelmäßig im Melkhus (Milchbar) auf dem Hof von Imke Harms in Elsfleth-Fuchsberg (Landkreis Wesermarsch). Die junge Frau ist die erste, die auf dem Hof eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin macht. Da sie noch keinen Führerschein besitzt, wohnt sie auf dem Hof und erledigt alle Aufgaben des Haushalts, die so anfallen. Nach ihrer Ausbildung will Julia Grunemeyer noch eine zweijährige Zeit an einer Fachschule dranhängen, um sich zur Hauswirtschaftsleiterin ausbilden zu lassen.


Sechs-Tage-Woche

Die junge Auszubildende hat eine Sechs-Tage-Woche. „Einen Tag in der Woche habe ich frei. Oder alle zwei Wochen ein freies Wochenende", berichtet sie aus ihrem Arbeitsalltag und stellt dennoch lächelnd fest: „Ich habe die Entscheidung nicht bereut. Mir gefällt die Ausbildung gut."

Organisiert hat den Wettbewerb Kerstin Fischer-Briem, Lehrerin an der Berufsbildenden Schule 3. Sie selbst hätte theoretisch auch als Jurorin auftreten können, hat sich aber an diesem Tag eher darauf konzentriert, dass alles reibungslos klappt. Und so brüten im Raum neben der Küche andere Ausbilderinnen über den Antworten der Auszubildenden und tragen in Bewertungsbögen detailliert ein, was ihnen gefallen beziehungsweise geschmeckt hat und was nicht so sehr.

„Gerade bei den fachlichen Fragen ist das Bild sehr geteilt. Es gibt hier scheinbar ein paar richtig gute Leute und welche, die nicht so gut sind. Mir fehlt allerdings so ein bisschen das Mittelfeld", zieht Michaela Pick, Berufspädagogin und Meisterin der Hauswirtschaft, eine erste Zwischenbilanz. Jurorin Tanja Gerdes, hauswirtschaftliche Betriebsleiterin, indes ist ganz angetan vom kulinarischen Können des Nachwuchses. „Da bin ich wirklich überrascht von den positiven Ergebnissen", meint sie.

„Die hauswirtschaftlichen Auszubildenden haben durch diesen Wettbewerb die Möglichkeit, das vielseitige Berufsbild der Hauswirtschaft darzustellen und prüfungsähnliche Situationen zu trainieren. Dabei sind ganzheitliches Denken, kreative Problemlösungen, kommunikative Fähigkeiten und Teamarbeit gefragt", erläutert Ausbildungsberaterin Schawe den Anlass für den Wettbewerb, zu dem alle Auszubildenden eingeladen waren, die im Rahmen ihrer Lehre die Berufsbildende Schule 3 in Oldenburg besuchen.


Hygiene ist wichtig

„In der hauswirtschaftlichen Berufsausbildung werden umfangreiche Kenntnisse und Fertigkeiten wie Nahrungszubereitung, Dekorieren und Gestalten von Räumen, Reinigung und Pflege von Wäsche sowie die Betreuung von Kunden und Gästen vermittelt", fügt Schawe hinzu. Hygiene und Umweltschutz spielten dabei ebenso eine wichtige Rolle, wie Arbeitsökonomie und der richtige Einsatz von Maschinen und Geräten.

Die Gewinner

Den Wettbewerb gewonnen haben folgende Teilnehmerinnen:

  • 1. Platz: Marita Schlarbaum, Oldenburg, Ausbildungsbetrieb: Stiftung Gertrudenheim Oldenburg
  • 2. Platz: Julia Grunemeyer, Ovelgönne, Betrieb: Imke Harms, Elsfleth
  • 3. Platz: Jessica Lohmann, Nikolausdorf, Betrieb: Energie-Campus, Oldenburg
  • 4. Platz: Denise Lipski, Westerstede, Betrieb: Marion Harms, Westerstede
  • 5. Platz: Michelle Cordes, Apen, Sport- und Jugendherberge Bad Zwischenahn
  • 6. Platz: Nathalie Wilken, Wilhelmshaven, GPS Wilhelmshaven


Den Wettbewerb gewonnen haben am 2. Tag die folgenden Auszubildenden:

  • 1. Platz: Rieke Meyer, Ausbildungsbetrieb: Janina Rahders Beverstedt
  • 2. Platz: Marieke Hülsmann, Ausbildungsbetrieb: Pflegeheim Haus Christa Butjadingen
  • 3. Platz: Gesa Schröder, Ausbildungsbetrieb: Marina Wessels Jade
  • 4. Platz: Sabrina Harms, Ausbildungsbetrieb: Bau ABC - Rostrup
  • 5. Platz: Florian Siebrands, Ausbildungsbetrieb: Gut Sannum Großenkneten
  • 6. Platz: Verena Eilts, Ausbildungsbetrieb: Kinderhof Eibenhorst Westerstede
Die Besten haben sich für den Landesentscheid am 16. und 17. Mai in der Berufsbildenden Schule Ritterplan in Göttingen qualifiziert.

Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Hauswirtschafterinnen sind breitgefächert. Sie finden ihren Arbeitsplatz in Bildungshäusern, sozialen Einrichtungen, Dienstleistungsbetrieben, Gästehäusern, Cateringunternehmen, der Gastronomie, landwirtschaftlichen Betrieben und vielen anderen mehr.

 

Quelle: NWZonline (mit Ergänzungen durch BBS 3)

Text: Lars Laue (NWZ) 

Bilder: Thersia Blömer


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BBS 3  -  07.02.2014